"Ich war immer schon ein Weltverbesserer", erinnert sich Professor Rudolf Schabus an seine Kindheit. "Deshalb habe ich mich auch entschlossen, Medizin zu studieren."
Und noch etwas war er immer: sportlich.
1954 in Hermagor geboren, wuchs Schabus in Natur und Bergen in Kärnten auf und stand bald in der Leichtathletik-Auswahl seiner Schule. Später kamen Tennis, Surfen und intensives Fitness-Training dazu - Sportarten, die er bis heute ausübt; plus Inline-Skaten und Extrem-Schilauf. "Ich wollte meine Möglichkeiten ausreizen, ein kalkulierbares Risiko auf mich nehmen und mich an körperliche Grenzen herantasten", sagt Schabus.
Seine 'Berufung' entdeckte er während des Studiums an der Universität Wien: die Prävention im Sport. Schabus: "Viele warnten ständig vor der Gefährlichkeit mancher Sportarten und vor bösen Verletzungsfolgen."
Damit wollte er sich als Arzt nicht zufriedengeben."Seither geht es mir darum, Wege zur Minimierung von Verletzungsrisiken zu finden und dem Sportler trotzdem nicht den Spaß zu nehmen. Wenn keiner mehr Freude am Sport hat, dann gibt es zwar keine Sportverletzten mehr - aber die Folgen mangelnder Fitneß für den Einzelnen und für die Gesellschaft, auch finanziell, wären katastrophal."
Nach der Promotion 1978 absolvierte Schabus die Fachausbildung zum Unfallchirurgen an der Wiener Universitätsklinik. Dort ist er seit 1991 Stellvertreter des Vorstands. 1996 schuf er die Konsultation für Sporttraumatologie und Unfallchirurgie an der Wiener Privatklinik. Er war Vizepräsident der GOTS (Deutsch-Österreichisch-Schweizerische Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin). Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind Arthroskopie, Knochenbruch- und Sehnenheilung, frühfunktionelle Rehabilitation, Sportreintegration, Biomechanik und Sport-Traumatologie.
Schabus gilt als Spezialist auf dem Gebiet der neuen Techniken der Kniebandchirurgie. Aufgrund seiner weiterhin führenden wissenschaftlichen Tätigkeit und außerordentlichen Leistungen für die Volksgesundheit in der Versorgung von Sportverletzungen wurde er 1996 zum Universitätsprofessor ernannt. Prof. Schabus war mehrere Jahre Teamarzt des Österreichischen Tennisverbands und auch betreuender Arzt des Daviscup-Teams. Weiterhin ist Dr. Schabus Vertrauensarzt zahlreicher anderer Spitzensportler. Wenn es die vielen Patienten und Verpflichtungen zulassen, widmet er sich seiner Familie, der Rosenzucht und Sammler-Leidenschaft, sowie seinen vielfältigen eigenen Sportaktivitäten. "Wobei ich mir trotz hohem körperlichem Einsatz noch keine operationswürdige Verletzung zugezogen habe - gemäß dem Leitsatz, den mir mein Vater mitgegeben hat: "Vorsicht ist nicht Feigheit", so Schabus.